Wundervolle Klänge im Madle

Im Juni verzauberte der Künstler Simon Wunderlin unsere Gäste mit seiner Marimba. Hören Sie am besten in das Konzert herein...

Hörprobe vom Marimnba Konzert im Madle

Unsere Gäste waren begeistert vom Marimba Konzert. Simon Wunderlin spielte virtuos und bezaubernd - es war ein richtiges Vergnügen!

Die Marimba ist ein Schlaginstrument mit hölzernen Klangstäben, deren Wurzeln sich in der traditionellen Musik Afrikas und Zentralamerikas finden. Ursprünglich stammt die Marimba aus Afrika, wo ähnliche Instrumente, wie das Balafon, seit Jahrhunderten gespielt werden. Afrikanische Sklaven brachten das Instrument im 16. Jahrhundert nach Mittelamerika, insbesondere nach Guatemala und Mexiko. Dort wurde die Marimba weiterentwickelt und in die lokale Musiktradition integriert. In der modernen Musikwelt ist die Marimba sowohl in der klassischen Musik als auch in der Jazz- und Weltmusik beliebt.

Interview mit Simon Wunderlin:

Wie sind Sie zum Instrument Marimba gekommen?
Kennengelernt habe ich die Marimba, weil ich Schlagzeug studieren wollte. Die Marimba gehört zur Familie der klassischen Schlaginstrumente. Dazu gehören auch die Kesselpauken, das Vibra- und Xylophon, das Glockenspiel, die kleine Trommel und viele weitere Perkussionsinstrumente, wie man sie etwa im Sinfonieorchester oder der Oper sieht und hört.

Mit dem Marimba verbinde ich in erster Linie Jazz- oder Weltmusik. Was hat Sie dazu gebracht, Schweizer Volksmusik darauf zu spielen?
Da 2011 die Idee aufkam Konzerte für betagte Menschen zu spielen, habe ich überlegt, was diese Menschen für einen musikalischen Hintergrund haben. Ich habe mich gefragt, was für Lieder sie in der Schule gesungen haben, welche Musik sie in ihrem Leben gehört, gespielt oder gesungen haben und wie ich mit der Marimba an diese Erlebniswelt anknüpfen kann. Viele Schweizer Volkslieder welche ich heute spiele, habe ich selbst nicht in der Schule kennengelernt sondern im Austausch mit der Generation welche heute in Alters- und Pflegeheimen lebt.

Wie reagiert das Publikum in den Alters- und Pflegeheimen darauf?
Die heutige Form meiner Konzerte, also die Stücke und Lieder welche ich spiele, hat sich im Verlaufe der letzten 10 Jahre herauskristallisiert. Durch viele Rückmeldungen und Ideen der Konzertbesucher ist diese Form entstanden. Heute sind meine Darbietungen nicht mehr nur "Konzert" sondern "musikalische Bildung im Alter": Musikgeragogik. Ein Angebot des Vereins „Bildung & Kultur – die Wunderlinie (www.diewunderlinie.ch). Ich moderiere das Konzert, erzähle über die Lieder und über das eher unbekannte Instrument Marimba. Dass dies bei den Bewohnenden in der ganzen Deutschschweiz solch grossen Anklang findet freut mich sehr, denn ich möchte mit meinem Handwerk Gemeinschaft, Lebensfreude und unser aller Lebensqualität verbessern. Im Schnitt spiele ich 70-120 Musikgeragogik-Konzerte im Jahr.

Sie sind Musikpädagoge und haben den Bachelor of Arts in Music abgeschlossen. Was reizt Sie persönlich daran, in Altersheimen aufzutreten?
Ich erlebe eine grosse Selbstwirksamkeit und sehe einen tiefen Sinn darin, Menschen mit meiner Musik Freude zu bereiten und Gemeinschaft zu schaffen und durch die Musik in Erinnerungen zu schwelgen, die Einsamkeit zu vergessen und immer wieder zu erleben, was für eine enorme Kraft Musik hat.

Welche anderen musikalische Projekte verfolgen Sie nebst dem Marimba?
Als Musikpädagoge bin ich in Schulhäusern unterwegs mit Musikvermittlungsprojekten für und mit dem Luzerner Sinfonieorchester und „Silberbüx macht Schule“. Spiele ich gerade nicht im Altersheim, findet man mich abends in Clubs, wo ich elektronische Musik spiele ("Simon in wonderland“) oder ich bin mit dem "Duo Hess & Wunderlin" unterwegs. Mich interessiert es, wie ich durch Musik in Verbindung mit meinen Mitmenschen komme und wie wir zusammen, im Wechselspiel, emotionale und fantasievolle Räume gestalten können.

Vielen herzlichen Dank für das Interview!

www.diewunderllinie.ch
simonwunderlin.com